ATHENE-TOUR
 
 
 

Segelyacht ATHENE

 
   

 

Länge
11,55 m
Länge Wasserlinie
9,28 m
Breite
 3,30 m
Tiefgang
 1,85 m
Verdrängung
 13 T
Material
Stahl
Bauwerft
Harlinger Jachtbau
Baujahr
1990
Segelfläche am Wind
80 m²

Allgemeine Beschreibung

Entwurf und Konstruktionsunterlagen stammen von  Ing. H.J.W. van Duyn (NBJA ) und Büro E.G. van de Stadt In Zusammenarbeit mit der Bootswerft Harlinger Yachtbau, unter Aufsicht der technischen Universität Delft und nach Vorschriften des Germanischen Lloyds gemäß Klassenzeichen + 100 A4.

Rumpf, Deck und Aufbau

Der Rumpf ist ein gemäßigter Langkieler S-Spant aus Stahl in Querspantweise gefertigt, gemäß den Vorschriften des germanischen Lloyd. Der verwendete Stahl ist Schiffsbaustahl, wobei die Materialstärken wie folgt betragen:

Rumpf

4,0 mm

Decksaufbau 3,0 mm

Cockpit

3,0 mm
Kiel 5,0 mm
Kielsohle 10,0 mm
Spantenabstand 400 mm

 

Cockpit

Das Cockpit ist mit einem Windschutz aus festen Scheiben und einer Sprayhood versehen. Das Deck ist komplett mit massivem Teakholz verkleidet (geklebt und nicht verschraubt!). Ebenso sind die Plichtbänke, die Fußreling, die Ränder der Schwalbennester komplett in massivem Teakholz gefasst. Darüber hinaus auch die Handläufe, Einfassungen des Niederganges und deren Luke, sowie die Instrumentenkonsole im Cockpit.


Innenbereich

Auf den Stahlspanten wurden Blindhölzer verklebt und verschraubt, an denen die Innenverkleidung befestigt ist. Der Rumpfausbau erfolgte in Teakholz, im Bereich der Pantry, Toilette und Waschraum wurden wasserfeste Formica Platten verwendet. Die Fußböden sind mit Teakstäben belegt. Hinter der Innenverkleidung ist als Wärme- und Schallisolierung 45 mm Glaswolle mit einer Aluminium Dampfsperre verlegt. Das Isoliermaterial ist nicht brennbar und entwickelt im Brandfall keine giftigen Gase.

Alle Beschläge sind aus Messing gefertigt.

 

Dieseltank

Der Dieseltank ist im Kiel integriert. An Deck befindet sich ein Einfüllstutzen, im Bereich des Cockpits die Tankentlüftung. Am Tank sind die Entnahmeleitungen für Tagestank und Dieselheizung, sowie der Geber zur Kraftstoffanzeige. Tankinhalt ca. 450 L. Im Sommer 2006 wurde der Tank von einer Fachwerkstatt aufgeschnitten und gesäubert. Zusätzlich wurde ein 60 L Edelstahl Tagestank oberhalb des Motors montiert. Der Kraftstoff wird über eine Zahnradpumpe und einen Separfilter in den Tank gepumpt und von dort über einen weiteren Vorfilter dem Feinfilter der Maschine zugeführt. Der Diesel ist dann dreimal gefiltert und zweimal entwässert. Diese Anordnung ermöglicht neben hoher Betriebssicherheit auch den Haupttank komplett leer zu fahren. Besser kann man es nicht machen. Vor allem Langstreckensegler wissen diese Vorzüge zu schätzen!

Gasanlage

Zwei Gasflaschen von je 5 und 13 Kg gewähren auch über einen längeren Zeitraum Versorgungssicherheit. Eine mit Kunststoff ummantelte Gasleitung führt zum Herd. Zur Sicherheit ist ein Gasfernschalter eingebaut, der ein Ventil direkt an der Flasche schließt.

Elektrische Installation 

2 Gel Batterien für das Bordnetz und eine Gel-Starterbatterie ausschließlich für den Motor. Die Verkabelung ist komplett zweipolig ausgeführt und in Schutzrohren verlegt. Die zugehörige Schalttafel mit den Sicherungsautomaten befindet sich am Navigationstisch. Geladen werden die Batterien über die Lichtmaschine (55 AH), ein spezielles Ladegerät bei Landstrom (25 AH) oder mit einen "Windbugger" Windgenerator (bis 17 A, im Augenblick nicht installiert).


Sanitäreinrichtung

   
Zwei Wassertanks aus Edelstahl von je 225 L sind je an Back- und Steuerbord integriert. Ein dritter Tank (50 L) für Warmwasser, wird über den Motor erwärmt. Der gesamte Tankinhalt beträgt 500 L.

Die Spülbecken in der Pantry sind aus Nirosta gefertigt. Die Abwässer werden in einem Schmutzwassertank im Kiel gesammelt. Der Tank kann wahlweise über eine elektrische Impellerpumpe oder eine Handpumpe im Cockpit entleert werden.

Die Toilette ist vom Type Jabsco. Die Entleerung führt in einen eigenen Tank (ca.30L), der direkt hinter dem WC, oberhalb der Wasserlinie montiert ist. Gelenzt wird durch Öffnen eines Seeventils oder an Land durch Absaugen. Eine elektronische Messeinrichtung zeigt den Füllstand an. Die WC Schläuche sind doppelwandig!


Ventilation und Fenster

   

Die Fensterrahmen sind aus Alu. Die Scheibenstärke beträgt 8 mm Sicherheitsglas bzw. 10 mm schlagfestes Acrylglas.

Im Deck sind drei Gebo Luken eingebaut. Zwei sind als Fluchtluken von außen und innen zu öffnen. Zusätzlich ist an diesen Luken ein demontierbares Edelstahlgitter zur Einbruchssicherung angebracht (Foto).


Kochen und Kühlung

   

2 flammiger Edelstahl-Gasherd mit Backofen, halbkardanisch aufgehangen.

Im Pantrybereich ist eine Kühlbox integriert, ausgestattet mit einem Kältespeicher, bleibt die Box auch bei längerem Stand des Kühlkompressors kalt.


Rigg und Segel

   
Die Segelyacht ist als Sloop getakelt. Der Alu Mast steht an Deck auf einem isolierten Mastfuß. Die Fallen laufen innen im Mast. Alle Kabel für Beleuchtung und Navigationsinstrumente sind im Mast durch ein Rohr verlegt.

Gehalten wird das Rigg durch ein Vorstag, zwei isolierte doppelte Achterstagen, Oberwant und doppelte Unterwanten aus Niro und Niroterminals.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit ein wegnehmbares Kutterstag mit zwei Backstagen zu fahren. Gesetzt und gerefft wird die Genua über eine Profurl Rollanlage, das durchgelattete Großsegel läuft im Mast auf kugelgelagerten Frederiksen Mastschlitten. Der Mast verfügt über Maststufen. Alle selbstholende Zweigangwinschen (Enkes) sind aus Edelstahl.

 

Das Rigg wurde im Herbst 2005 bei Hahnenfeld Masten in Bremen komplett überholt, ebenso wurde das stehende Gut erneuert.

An Bord sind zwei Genua I+II (42 bzw. 50 m²), ein durchgelattetes Großsegel (30m²), eine Kutterfock (15m²), eine Sturmfock (8,5m²), sowie ein Passatsegel (Foto) von 117 m².


Ruderanlage

   

Das Ruder ist geschützt direkt am Kiel aufgehängt. Die Steuerung erfolgt über eine mechanische Radsteuerung mit Bowdenzügen. Im Notfall kann eine vom Cockpit aus zu bedienende Notpinne montiert werden. Darüber hinaus verfügt das Schiff über zwei unabhängige Selbststeueranlagen, eine Windpilot Windsteuerung und einen elektro-hydraulischen Robertson Autopiloten (AP 11). Seit 2005 ist ein elektronischer Kreiselkompass installiert, der das Schiff ausgesprochen gut auf Kurs hält.


Anker - Festmacheinrichtungen

   

 

Die Ankerausrüstung besteht aus einem Bügelanker aus rostfreiem Stahl, 25 Kg und einer 65 m Niro Kette von 8 mm. Der Maxwell Ankerspill ist elektrisch und hat einen zusätzlichen Stopper zur Zugentlastung. Der Kettenkasten entwässert über ein verschließbares Lenzrohr zum Schmutzwassertank. Die Segelyacht hat 6 Niroklampen zum Festmachen.


Navigation

   
Über dem Niedergang sind die Autohelm Anzeigen für Geschwindigkeit, Tiefe, Windrichtung und Stärke, das Bediengerät für den Autopiloten und die Anzeige für das Zusatzecholot Twinscope angeordnet. Diese Instrumente sind vom gesamten Cockpitbereich einsehbar, man muss sich nicht erst hinter das Ruder stellen, um sie ablesen zu können. Am Navigationstisch ist eine Autohelm Tochteranzeige, das Furuno Radargerät, ein Magellan GPS und ein Navico UKW Radio mit integriertem DSC-D Controller für See- und Binnenfunk.Wetter- und Navtex Meldungen können über ein Fastnet Radio mit Drucker empfangen werden. Der Steuerkompass (Silva 150 T Ocean mit D Kompensierung! für Stahlschiffe) ist auf der Steuersäule am Ruder montiert.

Antriebsanlage

   

Ein langer Kiel hat bei einem Seeschiff viele Vorteile. Neben der Kursstabilität und dem weichen Einsetzen in die See, ermöglicht er auch einen tiefen Einbau der Maschine.

Der Motor ist ein Yanmar 4JHE und verbraucht bei Marschfahrt 6 Knoten knapp 3 L Diesel pro Stunde. Durch den tiefen Einbau unterhalb der Wasserlinie ist die Maschine sehr leise, ein schwerer und gut isolierter Deckel im Deckshaus dämpft die Geräusche außerordentlich gut. Verbessert haben wir die Maschinenanlage durch den Einbau einer elastischen Kupplung (Centra - Flex), die die Schwingungen von Motor bzw. Wellenanlage aufnimmt. Die 1500 mm lange Welle (30 mm Durchmesser) dreht in einem wassergeschmierten Lager. Die Abdichtung erfolgt mit einer Stopfbuchse und Fettpresse. Diese Art der Abdichtung ist weit weg von High Tech, aber absolut zuverlässig, kann bei Bedraf leicht nachgestellt und selbst gewartet werden. 

Der vierflügelige Drehpropeller von SPW sorgt für den richtigen Vorschub. Der Prop bietet durch die große Flügelfläche starken Schub und kann sich auch in ruppiger See gut durchsetzen. Unter Segel macht er sich fast unsichtbar, erhöht die Segelleistung vor allem hoch am Wind, sowie bei Leichtwind und schont auch die Wellenanlage, die unter Segel nicht mehr mitdreht. Zusätzlich liegt das Schiff besser auf dem Ruder und das Manövrieren im Hafen ist durch den starken Rückwärtsschub einfacher.   


Spezielle Ausrüstung

   

1 vorraus- und seitlich schauendes Echolot Twinscope.

1 BFA Offshore Rettungsinsel für 6 Personen im Container, vakuumverpackt.

1 versenkbarer Schraubstock im Vorschiff.

 


 

Segeleigenschaften

  

Uns überzeugte die hervorragende Verarbeitung der Cumulant, die praxisgerechte Gestaltung der Inneneinrichtung und die Seetauglichkeit. Das Schiff setzt weich in die See ein und gibt der Crew die Möglichkeit sich auf den Rhythmus von Meer und Schiff einzustellen. Auch müssen wir unter Segel keinen Vergleich mit "modernen Fahrtenyachten" scheuen. ATHENE kann mit vielen dieser Schiffe gut mithalten, hoch am Wind hat sie sogar Vorteile. Auf längeren Strecken ließen wir uns nur von der ausgebaumten Genau I ziehen und erreichten ohne sportlichen Ehrgeiz Etmale zwischen 130 und 140 sm. Unser bisheriger Bestwert lag bei 155.

Bei einem Fahrtenschiff ist die Geschwindigkeit jedoch zweitrangig, wichtiger ist die Sicherheit und das Seeverhalten. 

Im Hafen oder am Ankerplatz stört kein Schwell den Schlaf der Crew, während bei anderen Booten das Wasser geräuschvoll gegen das Heck schlägt.